Deutsche Gesellschaft für Orthopterologie e.V.DGfO

 

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Heuschrecken und Fangschrecken


Arbeitskreis Heuschrecken Nordrhein-Westfalen

Der Arbeitskreis zur Kartierung und zum Schutz der Heuschrecken in Nordrhein-Westfalen (Arbeitskreis Heuschrecken NRW) hat sich im Mai 1990 konstituiert. Die Aktivitäten im Arbeitskreis leitete und koordinierte Martin Volpers über viele Jahre (1990–2015). Im Arbeitskreis haben sich aus Nordrhein-Westfalen und angrenzenden Gebieten kommenden und an Heuschrecken- und anderen Orthopteren- interessierten und engagierten Personen zusammengefunden.

Die Ziele des Arbeitskreises sind:

  1. Erweiterung der Kenntnis der Verbreitung der Arten in Nordrhein-Westfalen - Beitrag zur Kenntnis und zum Schutz der Vorkommen, insbesondere der gefährdeten Arten
  2. Untersuchung von naturschutzrelevanten Fragestellungen, zum Beispiel im Hinblick auf Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen
  3. Unterstützung der regionalen Erfassungen und Arbeiten.

Ein erster vorläufiger Verbreitungsatlas mit Kartieranleitung und Bibliografie erschien 1994 (Volpers et al., 1995). Nach der Erstellung der 3. Fassung der Roten Liste (1999) durch den Arbeitskreis sind in die 4. Fassung der Roten Liste (Volpers & Vaut unter Mitarbeit des Arbeitskreises Heuschrecken NRW, 2011) etliche neue Erkenntnisse sowohl zur Verbreitung, der offensichtlichen Verschiebung von Arealgrenzen als auch zur Gefährdung der heimischen Heuschreckenfauna eingeflossen. Diese Erkenntnisse basieren auf der Grundlage von über 41.480 Artnachweisen, die dem Arbeitskreis vorliegen (Stand: 01.01.2009). In den Jahren nach Erscheinen des ersten vorläufigen Verbreitungsatlas wurden Heuschreckenmeldungen weiterhin gesammelt und aktualisierte Verbreitungskarten später im Internet mit einem aktuellen Stand bis etwa 2009 dargestellt.
Seit 2016 verstärkt der Arbeitskreis Heuschrecken seine Aktivitäten wieder. So werden die landesweiten Jahrestreffen mit Vorträgen und Exkursionen zum gegenseitigen Austausch und zur Information wieder durchgeführt. Geplant ist die Fortschreibung der Datenbank und die Datenerfassung über ein Meldesystem für einen Heuschreckenatlas Nordrhein-Westfalen. In diesem Online-Atlas sollen auch aktuelle Verbreitungskarten mit Kurztexten für jede Art enthalten sein. Hierbei erhält der Arbeitskreis seit 2016 die Unterstützung des LWL-Museums für Naturkunde Münster.
Ein weiteres Ziel ist die Erstellung eines Heuschrecken-Atlas für Nordrhein-Westfalen in Buchform, für den bereits Vorarbeiten vorliegen.

Der Arbeitskreis Heuschrecken NRW arbeitet ehrenamtlich und ist keinem Verein angegliedert. Er ist abhängig von der Bereitschaft möglichst vieler Mitarbeitenden, die ihre Beobachtungen und Funde von Heuschrecken in NRW dem Arbeitskreis mitteilen. Ein Interesse besteht auch an der Sammlung und Archivierung aller heuschreckenkundlichen Arbeiten aus Nordrhein-Westfalen und der Fortschreibung der Bibliografie. Zur Sammlung und Archivierung gehören neben publizierten Arbeiten auch Gutachten, Forschungsberichte oder universitäre Arbeiten wie Projektberichte und Abschlussarbeiten. Hinweise dazu nehmen wir gerne entgegen.
Über einen eigenen Verteiler werden die Mitarbeitenden und interessierte Personen durch den ein- bis zweimaligen Versand eines Rundbriefes im Jahr über Aktivitäten, Termine und Neuigkeiten informiert.

Wichtige Literatur aus Nordrhein-Westfalen

  • Arbeitskreis Heuschrecken Nordrhein-Westfalen (Hrsg.; Bearb.: Volpers, M., M., Conze, K.-J., Kronshage, A. & J. Schleef) (1994): Heuschrecken in Nordrhein-Westfalen. + Anleitung zur Erfassung, vorläufiger Verbreitungsatlas, Bibliographie. 62 S.
  • Behrens, M., Fartmann, T. & N. Hölzel (2009): Auswirkungen von Klimaänderungen auf die Biologische Vielfalt: Pilotstudie zu den voraussichtlichen Auswirkungen des Klimawandels auf ausgewählte Tier- und Pflanzenarten in Nordrhein-Westfalen, Teil 1–4. Projektberichte
  • Volpers, M. & Arbeitskreis Heuschrecken Nordrhein-Westfalen (1999): Rote Liste der gefährdeten Heuschrecken (Saltatoria) in Nordrhein-Westfalen mit kommentierter Faunenliste. 3. Fassg. In: LÖBF/LAfAO NRW (Hrsg.): Rote Liste der gefährdeten Pflanzen und Tiere in Nordrhein-Westfalen, 3. Fassg. LÖBF-Schriftenreihe 17: 523–540.
  • Volpers, M. & L. Vaut unter Mitarbeit des Arbeitskreises Heuschrecken NRW (2011): Rote Liste und Artenverzeichnis der Heuschrecken – Saltatoria in Nordrhein-Westfalen. In: LANUV (Hrsg.): Rote Liste der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere in Nordrhein-Westfalen, 4. Fassung, 2011. LANUV-Fachbericht 36, Band 2: 489–501.

Ansprechpartner Nordrhein-Westfalen

Dr. Andreas Kronshage
LWL-Museum für Naturkunde
Außenstelle Heiliges Meer
Bergstr. 1
49509 Recke
Tel. 05453 / 8079810

E-mail:

Checkliste der Heuschrecken in Nordrhein-Westfalen

Ensifera - Langfühlerschrecken


Tettigoniidae - Laubheuschrecken


Phaneropterinae

Meconematinae

Conocephalinae

Tettigoniinae

Bradyporinae


Rhaphidophoridae - Höhlenschrecken


Aemodogryllinae

Troglophilinae

- keine Vorkommen -


Gryllidae - Grillen


Gryllinae

Nemobiinae

Oecanthinae

Myrmecophilinae


Gryllotalpidae - Maulwurfsgrillen


Gryllotalpinae

Caelifera - Kurzfühlerschrecken


Tetrigidae - Dornschrecken


Tetriginae


Acrididae - Feldheuschrecken


Calliptaminae

- keine Vorkommen -

Cyrtacanthacridinae

Melanoplinae

- keine Vorkommen -

Acridinae

Oedipodinae

Gomphocerinae

1    Aktuell verschollen oder ausgestorben
2    Einzelfunde synanthropen Ursprungs
3    Artstatus unklar